Weihetag

                                               

Vor 1000 Jahren, am 24. April 1020, wurde die Stephanskirche – eine der vier evangelischen Bamberger Stadtkirchen und seit 1808 Hauptkirche unseres Dekanatsbezirkes – von Papst Benedikt VIII. in Anwesenheit von Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde sowie vieler Bischöfe geweiht. Damit ist sie die einzige evangelische Kirche weltweit, die je von einem Papst geweiht worden ist.

 

Es war ein großartiges Jubiläumsprogramm vorbereitet, das nun aufgrund der aktuellen Coronakrise leider verschoben werden muss, natürlich auch der Festakt am Weihetag. Umso mehr freue ich mich über den trefflichen Artikel im Fränkischen Tag vom 24. April 2020, in dem das gute ökumenische Miteinander in unserer Gemeinde und im ganzen Dekanatsbezirk betont wird. Dort heißt es:„Von Anfang an sollte das Jubiläum ökumenisch gefeiert werden. Das hatte schließlich auch Dekan Hans-Martin Lechner als konfessionsverbindende Losung ausgegeben. `Die 800-jährige katholische Geschichte der Stephanskirche ist für uns eine große Verpflichtung, immer wieder neue Kontakte zu suchen und sich zugleich unserer evangelischen und lutherischen Tradition, unseres lutherischen Profils bewusst zu sein´, so der der Dekan zu dieser für ihn `geschichtsträchtigen, ökumenischen Stephanskirche´. – Nach dieser geschwisterlichen Steilvorlage sagt auch Erzbischof Ludwig Schick, dass das katholische Bamberg `dankbar auf die 1000 Jahre, aber auch dankbar auf die vergangenen 200 Jahre´ schaue. Gesellschaftliche Verpflichtungen und Aufgaben `zum Wohle aller in unserer Stadt´ würden evangelische wie katholische Christen gemeinsam erfüllen sowie `die gute Botschaft Jesu miteinander den Menschen verkünden´. Und er hoffe, so der Erzbischof, dass `die Punkte, die uns noch trennen, überwunden werden und wir dann wirklich eine Kirche sind´“.

Die Stephanskirche ist an jedem Tag weit geöffnet, immer leuchtet die Osterkerze, die uns gerade auch in schwerer Zeit vergewissert, dass unser Herr Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Es ist ein Erlebnis, diesen beeindruckenden, hellen, in unaufdringlich leichtem Barock gestalteten Kirchenraum zu erleben. Da fällt es mir leicht, in die Worte aus Psalm 26,8 einzustimmen: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“ - In diesen festlichen Tagen können sich Gemeindeglieder und Gäste gerne Schiefertafeln vom Dach unserer Stephankirche abholen. Sie wurden bei der Außenrenovierung unserer Kirche ausgetauscht und sind nun von unseren beiden Bufdis mit dem Weihedatum und dem Jubiläumslogo versehen worden. Ein kleines persönliches Jubiläumsgeschenk für Sie.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit und immer wieder auch Augenblicke der persönlichen Einkehr und stillen Vergewisserung in den gerade in der Cornazeit geöffneten Kirchen unseres Dekanatsbezirkes – und auch in der Stephanskirche.
Gott behüte Sie an Leib und Seele!

Hans-Martin Lechner